Migration

Shopware 5 auf 6 migrieren: Anleitung & Kosten

Pascal Swertz  ·   ·  ca. 12 min Lesezeit

Shopware 5 wurde Ende 2024 abgekündigt – der Support läuft aus. Für viele Shops ist die Migration auf Shopware 6 damit dringlicher denn je. Dieser Artikel erklärt, was bei einer Shopware Migration auf dich zukommt: Datenmigration, Plugin-Kompatibilität, Zeitaufwand und Kosten.


Shopware 5 vs. Shopware 6: Was hat sich verändert?

Shopware 6 ist keine Weiterentwicklung von Shopware 5 – es ist eine komplette Neuentwicklung. Die Architektur basiert auf Symfony und Vue.js statt auf Zend Framework und ExtJS. Das bedeutet:

  • Kein direktes Update möglich – Migration ist notwendig
  • Plugins sind nicht kompatibel – SW5-Plugins müssen neu entwickelt oder durch SW6-Pendants ersetzt werden
  • Templates müssen neu gebaut werden – Shopware 6 nutzt Twig statt Smarty
  • Datenbankstruktur ist anders – Datenmigration über das Shopware Migration Assistant Plugin

Phase 1: Analyse und Planung

Vor jeder Shopware-Migration steht eine gründliche Bestandsaufnahme. Was muss analysiert werden?

  • Plugin-Inventory: Welche Plugins sind im SW5-Shop aktiv? Welche haben SW6-Pendants? Welche müssen neu entwickelt werden?
  • Theme-Analyse: Wurde ein Custom Theme oder ein Drittanbieter-Theme genutzt? SW5-Themes sind nicht auf SW6 übertragbar.
  • Datenumfang: Wie viele Produkte, Kunden, Bestellungen? Das bestimmt den Migrationsaufwand erheblich.
  • Individuelle Anpassungen: Gibt es Shop-Logik im Core, in Templates oder SQL-Direktabfragen? Diese müssen einzeln bewertet werden.

Eine ehrliche Analyse dauert 2–4 Stunden, spart aber viele Überraschungen während der Migration.

Phase 2: Shopware 6 Aufsetzen

Parallel zum laufenden SW5-Shop wird die Shopware 6-Installation aufgebaut. Das umfasst:

  1. Shopware 6 in gewünschter Version installieren (aktuell 6.7.x empfohlen)
  2. Hosting-Umgebung konfigurieren (PHP 8.2+, MySQL 8.0+, Redis)
  3. Basis-Konfiguration: Verkaufskanal, Währung, Sprache, Zahlungsarten, Versandarten
  4. Notwendige Plugins installieren (Zahlungsanbieter, ERP, etc.)

Phase 3: Datenmigration mit dem Migration Assistant

Shopware stellt das kostenlose Plugin Migration Assistant bereit, das Stammdaten aus SW5 überträgt:

  • Produkte und Varianten
  • Kategorien und Navigation
  • Kunden und Adressen
  • Bestellungen und Bestellpositionen
  • Medien / Produktbilder

Die Migration erfolgt inkrementell – der Liveshop läuft weiter. Nach der Datenmigration müssen alle Daten manuell geprüft werden: Produkte, Preise, Varianten, Bilder. Erfahrungsgemäß gibt es bei komplexen Produktkatalogen immer Nacharbeiten.

Phase 4: Theme-Entwicklung

Da SW5-Themes nicht übertragbar sind, muss für Shopware 6 entweder:

  • Ein bestehendes SW6-Theme (Storefront-Standard) angepasst werden
  • Oder ein individuelles Custom-Theme neu entwickelt werden (Twig, SCSS)

Für eine einfache Anpassung des Standard-Themes reichen 10–20 Stunden. Ein vollständiges Custom-Theme kann 40–100 Stunden umfassen.

Phase 5: Plugin-Entwicklung und -Integration

Für Plugins ohne SW6-Pendant gibt es drei Optionen:

  1. Shopware Store: Prüfen, ob ein vergleichbares SW6-Plugin verfügbar ist
  2. Neuentwicklung: Das Plugin von Grund auf für SW6 neu entwickeln
  3. Prozessanpassung: Prüfen, ob die Plugin-Funktion in SW6 bereits nativ vorhanden ist

Shopware Migration Kosten: Was kostet das?

Die Kosten einer Shopware-Migration hängen stark vom Umfang ab. Als grobe Orientierung:

Aufgabe Aufwand (Stunden)
Analyse & Projektplanung 3–8 h
Shopware 6 Installation & Konfiguration 4–10 h
Datenmigration & Prüfung 8–30 h
Theme-Anpassung (Standard-Theme) 10–20 h
Custom Theme-Neuentwicklung 40–100 h
Plugin-Integration (pro Plugin) 5–30 h
Testing & Abnahme 5–15 h
SEO-Redirect-Mapping 3–10 h

Eine einfache Migration (kleiner Shop, Standard-Theme, wenige Plugins) kann in 40–60 Stunden abgeschlossen werden. Komplexe Shops mit Custom-Theme, vielen Plugins und großem Produktkatalog erfordern 150–300 Stunden.

Häufige Fehler bei der Shopware 5 → 6 Migration

  • SEO-Redirects vergessen: Alle SW5-URLs müssen auf die neuen SW6-URLs weitergeleitet werden – sonst verlierst du Google-Rankings.
  • Migration ohne Staging: Niemals direkt auf dem Liveshop migrieren – immer eine Staging-Umgebung nutzen.
  • Plugin-Kompatibilität unterschätzt: Manche SW5-Plugins haben schlicht kein SW6-Pendant und müssen komplett neu entwickelt werden.
  • Zu frühes Go-Live: Ausreichend Zeit für Testing einplanen – besonders Checkout, Zahlungsabwicklung und E-Mail-Versand.

Fazit

Eine Shopware 5 auf 6 Migration ist kein Klick-Update – sie ist ein vollständiges Relaunch-Projekt. Wer die Phasen kennt, realistisch plant und einen erfahrenen Shopware Entwickler an der Seite hat, kommt ohne böse Überraschungen ans Ziel.

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